Das Mädchen, das in der Metro las

„Das musste an dem berühmten Menschsein liegen, diesem Päckchen, das wir bei der Geburt mit auf den Weg bekommen – im Grunde sind wir alle wie zugenagelt, für die Gefühle eines anderen völlig unzugänglich und außerstande, die Gesten, Blicke und das Schweigen zu begreifen; wir sind alle dazu verdammt, uns umständlich mit Hilfe von Worten verständlich zu machen, die niemals das Richtige aussagen.“

Titel: Das Mädchen, das in der Metro las
Autorin: Christine Féret-Fleury
Verlag: Dumont
Erschienen: 05/2018

 

Darum geht’s:

Jeden Tag sitzt Juliette in der Pariser Metro und flüchtet sich mit Büchern in eine andere Welt. Ihr Alltag ist eintönig und fade. Sie lebt von einem Tag in den nächsten, ohne wirklich zu leben. Eines Tages beschließt sie jedoch zwei Stationen früher auszusteigen und trifft auf den etwas merkwürdigen Soliman und dessen Tochter. Soliman glaubt, dass ein Buch die Macht hat, ein ganzes Leben zu verändern.

 

Meine Meinung:

Auf das Buch bin ich vor allem durch das Cover bei einem Streifzug durch Dussmann in Berlin gestoßen. Bücher auf dem Cover eines Buches, das zog mich magisch an. Und, dass ein Buch ein Leben verändern kann? Davon bin ich ebenso überzeugt.

Besonders fasziniert hat mich Juliette, die mit einer unglaublichen Fantasie durch die Welt geht, die jedoch mitunter nicht so offensichtlich beschrieben wird. In alltäglichen Dingen vermag sie es teils zauberhaftes zu sehen. Das finde ich bewundernswert und ich wünsche mir mehr solcher Menschen.

„Das Mädchen, das in der Metro las“ feiert das Lesen auf eine fast magische Art und Weise. Wie man sich in den Welten zwischen den Seiten verlieren kann, erinnert aber gleichzeitig daran, dass man sich dadurch womöglich zu weit von der Realität entfernen kann. Dieser Spagat wird anhand von verschiedenen Schicksalen und Ereignissen wunderbar dargestellt und wird mir vermutlich wegen diesem Gedanken bzw. der Frage noch länger in Erinnerung bleiben.

Auch wenn das Cover und an sich die Geschichte dazu verleiten könnte, zu denken, es spielt irgendwann in den 1940er oder 50er Jahren, so empfand ich es immer wieder als ganz witzig wenn moderne, ganz aktuelle Redewendungen oder Dinge erwähnt wurden. Man erhält das Gefühl, dass einem eine solche Geschichte jeden Tag begegnen könnte.

Durch Juliette bin ich nun auch auf so viele Autoren und Autorinnen gestoßen, die ich mir alle mal genau ansehen mag.

Das Mädchen, das in der Metro las, ist für jeden geeignet, der das Lesen liebt und von der Kraft und der Magie der Bücher weiß, uns in eine ganz eigene Welt zu entführen.

 

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