Liebende – eine berührende Fabel

„Je nachdem, wem wir begegnen, kann unser Leben eine sehr unterschiedliche Gestalt annehmen. Das Leben ist ein Mosaik aus Begegnungen und Abschieden.“

Titel: Liebende
Autor: Jeong Ho-seung
Verlag: O. W. Barth (Imprint von Droemer Knaur)
Erschienen: 03/2019

Kann ein Mensch mit dem zufrieden sein was er hat? Strebt er nicht ständig nach etwas besserem? Einem besserem Leben? Und kann ein Windspiel das?

Liebende habe ich schon öfters in der Buchhandlung liegen gesehen, das Cover faszinierte mich und auch die Aussicht mal wieder etwas komplett anderes zu lesen. Von der lieben Rachael von @buchauf.weltaus habe ich dann eine Ausgabe beim letzten Besuch der Frankfurter Buchmesse geschenkt bekommen.

Lange lag es nun unangetastet auf dem SuB. Doch vor ein paar Tagen habe ich es glücklicherweise erlöst. So ganz wusste ich nicht was mich erwartet. Die letzte Fabel habe ich vielleicht irgendwann in der Schule gelesen.

Liebende erschien bereits 2008 in Korea und wurde nun 2019 auch ins Deutsche übersetzt. Der aus Südkorea stammende Dichter Jeong Ho-seung macht in seinem knappen aber poetischen Geschichte auf das Wichtigste in unserem Leben aufmerksam, die Liebe.

 

Zum Inhalt:

„Gibt es so etwas wie Bestimmung im Leben? Blauperlenauge, der Karpfen eines Tempelglöckchens, kann zumindest sein Glück kaum fassen, als er Schwarzperlenauge begegnet: Es ist Liebe auf den ersten Blick. Zusammen werden sie hoch oben am First des buddhistischen Tempels angebracht und spielen mit ihren Glöckchen im Wind, um traurigen Menschen Trost zu spenden und Freude in einsame Herzen zu tragen.
Mit den Jahren wird Blauperlenauge jedoch unzufrieden. Ihm ist sein Leben zu eng geworden. Er möchte frei sein, die Welt entdecken und erfahren, was Liebe wirklich bedeutet. Wie durch ein Wunder wird ihm dies tatsächlich ermöglicht. Er erlebt viele gefährliche Abenteuer, bis ihm das wahre Wesen der Liebe bewusst wird…“

 

Meine Meinung:

In einer Gesellschaft, in der ständig alle auf der Suche nach etwas besserem, auch einem besseren Partner sind, trifft Liebende meiner Ansicht nach mehr als den Ton. Wir sollten manchmal einfach das wertschätzen, was wir haben und nicht nach dem grüneren Gras der Nachbarn Ausschau halten.

An die Sprache muss man sich anfangs etwas gewöhnen, da sie sich doch von der Standardsprache in modernen Jugendbüchern (als Beispiel) unterscheidet. Doch ich wurde sehr schnell auch neugierig, wie sich Blauperlenauge durch die Welt der Menschen kämpft und sich immer wieder Gedanken über den Sinn seines Lebens macht. Immer wieder denkt man, dass er jetzt zur richtigen Erkenntnis kommt, bevor er dann doch wieder in eine knifflige Lage kommt und gefühlt wieder von neuem beginnt.

Trotz der poetischen Sprache empfand ich das Buch nicht so emotional wie ich es mir gewünscht hätte. Die Bilder konnte ich mir zwar gut vorstellen aber das Gefühl kam leider nicht in allen Szenen richtig rüber.

Im Buch gibt es exklusiv für die deutsche Ausgabe Illustrationen, die die ganze Geschichte wunderschön verdeutlichen. Sie sind mit genauso viel Liebe gestaltet wie das farbenfrohe Cover.

Liebende ermöglicht auf gerade einmal 128 Seiten verschiedene poetische teils philosophische Sichtweisen auf die Liebe und der Bedeutung des eigenen Seins.

„Begegnungen sind geheimnisvoll, genauso wie die Liebe. Sobald wir einander begegnen, fangen wir an, die Geschichte unseres Lebens zu schreiben.“

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