Rezension: Die unbewohnbare Erde

„Jeder Aspekt des Klimawandels ist von Unwägbarkeiten geprägt, vor allem von der Ungewissheit, wie sich die Menschen verhalten werden – welche Maßnahmen sie ergreifen, und wann, um die drastischen Veränderungen abzuwenden, die dem Leben auf diesem Planeten ohne drastisches Eingreifen bevorstehen.“

Titel: Die unbewohnbare Erde
Autor: David Wallace-Wells
Verlag: Ludwig Verlag (Random House)
Erschienen: 07/2019
*Rezensionsexemplar

Darum geht’s:

„Die heute schon spürbaren und die schlimmstmöglichen Folgen der Klimaerwärmung sind das Thema des Journalisten David Wallace-Wells in diesem spektakulären Report. Wie kann und wird das Leben auf der Erde in nur 40, 50, 60 Jahren aussehen? Sicher ist: Heutige Teenager und Kinder werden noch erleben, wie sich die Bedingungen für die Menschheit auf der Erde dramatisch verschlechtern, sie werden erleben, wie sie in Teilen unbewohnbar wird. Wallace-Wells macht die vielen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die die Mehrheit der Menschen oft gar nicht erreichen, begreifbar, ja fühlbar. Und am Ende steht die drängende Frage: Haben wir überhaupt noch eine Chance, das Unheil abzuwenden?“ (RandomHouse)

 

Meine Meinung:

Wer sich auch nur im Geringsten mit der Thematik des Klimawandels beschäftigt, der weiß bereits, dass es nicht gut um die Zukunft unserer Erde steht. In den Abendnachrichten wird leider nur ein minimaler Teil dessen erklärt, was eine Erwärmung unseres Planeten auch nur um halbe Grade tatsächlich ausmachen wird. Und das nicht erst in mehreren hundert Jahren, sondern bereits am Ende dieses Jahrhunderts. Diese Veränderungen werden die meisten von uns sogar noch miterleben. Ob sie wollen oder nicht.

Die grundlegenden Erkenntnisse, die David Wallace-Wells im Buch anführt sind zwar nicht neu, aber durch die vielen Zahlen und Fakten der bereits bestehenden Situationen, besonders im Hinblick auf Naturkatastrophen, zeichnet er ein sehr beunruhigendes Szenario, was nicht mehr nur einer Science-Fiction Vision nahekommt.

Es handelt sich um ein Sachbuch, in dem der Autor sehr viele Zahlen und Berichte zusammengetragen sowie diese ausgewertet hat. Zu Beginn kann das durch die reine Masse an Zahlen etwas überfordernd wirken. Ich habe an manchen Stellen sehr mit meiner Konzentration zu kämpfen gehabt. Aber wenn man sich darauf einlässt und sich auch die Zeit nimmt, hinterlässt es einen immensen Eindruck von der tatsächlichen Situation die uns bevorsteht.

Im Buch werden verschiedene Klimaszenarien beschrieben, die nur auf den ersten Blick nach Science-Fiction klingen. Vom Hitzetod über Hunger bis hin zu Wirtschaftskollaps oder Klimakonflikten (uvm.) beschreibt der Autor die bevorstehenden Auswirkungen einer minimalen Erwärmung in erschreckendem Detail. Jeder kleinste Bereich unseres Lebens, egal ob Luxus oder grundlegende Dinge wie Ernährung hängen mit unserem Klima zusammen.

Ich habe mir in diesem Buch so viele Fakten markiert wie noch nie in einem Buch. Die Tatsache zum Beispiel, dass uns die Maßnahmen um den Klimawandel zu verhindern bzw. einzudämmen weit weniger kosten würden als die Folgen, und das bereits jetzt schon, fand ich besonders überraschend. Solche Dinge werden nicht in den Medien aufgegriffen.

Was ich vor allem aus diesem Buch mitnehme, ist die Erkenntnis, dass wir immer noch handeln können. Der Klimawandel lässt sich nicht mehr aufhalten, aber wir können das Ausmaß immer noch mitbestimmen. Jeder für sich, aber vor allem auf politischer Ebene. Wer wählen geht, tut mehr für die Umwelt als es das Weglassen von Plastik beim Einkaufen tun könnte.

Das Buch ist nichts für zartbesaitete Menschen, aber genauso wenig ist es der Klimawandel, weshalb dieses Buch jeder gelesen haben sollte – besonders Politiker und Leute, die die Macht und vermutlich auch das Geld haben, um etwas zu bewirken.

Ich bin wirklich dankbar für dieses Buch, von dem ich weiß, dass es mich noch viel beschäftigen wird.

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