Rezension: Nichts ist okay!

„Es ist völlig in Ordnung, dass du Angst hast, aber ob du zu der Demo gehst oder nicht, an deiner Angst wird das nichts ändern.“

 

Titel: Nichts ist okay!
Autor: Jason Reynolds & Brendan Kiely
Verlag: dtv
Erschienen: 04/2018
*Rezensionsexemplar

Jason Reynolds hat eine der für mich außergewöhnlichsten Stimmen in der Literatur gegen Rassismus. Nachdem ich bereits „Long Way Down“ von ihm lesen durfte, war ich sehr gespannt, ob mich auch dieses Buch so fesseln kann.

 

Darum geht’s:

Zwei Stimmen, zwei Autoren, schwarz und weiß..

Eigentlich wollte Rashad nur eine Tüte Chips kaufen, doch kaum hat er den Laden betreten, wird er von einem Polizisten brutal niedergeschlagen. Beobachtet hat den Vorfall ein anderer Junge: Quinn, der ausgerechnet mit der Familie des Angreifers befreundet ist. Rashad ist schwarz, der Polizist weiß. Ein weiterer rassistischer Übergriff? Wie so viele? Rashad landet im Krankenhaus, und Quinn steht zwischen den Fronten. Er muss sich entscheiden: Tritt er als Zeuge auf und wird zum Verräter? Oder hält er den Mund und schweigt zu Diskriminierung und Gewalt. Derweil organisieren Rashads Freunde eine Demonstration gegen Rassismus und Polizeiwillkür. Eine Stadt gerät in Ausnahmezustand. Und zwei Jugendliche mittendrin.“

 

Meine Meinung:

Zwei Seiten einer Geschichte – geschrieben von einem schwarzen und einem weißen Autor. Zwei Protagonisten – der eine weiß, der andere schwarz. Allein das ist schon etwas neues für mich gewesen. Und es funktioniert.

Das Buch beginnt aus Rashad’s Sicht und man wird direkt in die Handlung mit rein gerissen. Man ist direkt dabei, als Rashad verprügelt wird. Jason Reynolds‘ bildliche und emotionale Sprache lässt einen fast selbst jeden Hieb spüren. Abwechseln erleben wir die Story aus Rashads und aus Quinns Sicht. Und auch in Quinn kann man sich sehr gut hineinversetzen. Man verseht seine Angst und die Zweifel um die Frage zu wem er nach dem Vorfall halten soll sehr gut.

Insgesamt habe ich deutlich länger als gedacht für das Buch gebraucht. Das liegt vor allem daran, dass es sehr realistisch geschrieben ist. Nachdem diesem Buch sollte es niemandem mehr schwer fallen, sich solch eine rassistische „Normalität“ für viele schwarze Menschen in den USA vorzustellen. Es gab viele Momente, in denen das Buch, eben mit dieser Realität im Hinterkopf, kaum zu ertragen war. Man möchte sich einfach nicht vorstellen, dass solche Szenen tatsächlich so passieren.

Nichts ist okay! hat sich nicht angefühlt wie ein fiktives Werk, sondern leider eher wie eine echte Berichterstattung. Das Buch ist aktuell wie nie und sollte meiner Meinung nach von JEDEM gelesen werden.

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