Rezension: Verify von Joelle Charbonneau

„It wasn’t something anyone used anymore.
Obsolete, but not illegal.
So why, I wonder as the bell rings just as I am sliding into my seat, did the police arrest someone over a piece of paper?“

Titel: Verify
Autorin: Joelle Charbonneau
Verlag: HarperTeen
Erschienen: 09/2019

Könnt ihr euch eine Welt ohne Papier und vor allem ohne gedruckte Bücher vorstellen? Also ich nur schwer und ich finde es auch eine schreckliche Vorstellung. Umso spannender stellte sich mir Verify vor…

 

Darum geht’s:

In den USA der Zukunft gibt es kaum noch Kriminalität. Die Städte florieren, allen voran Chicago. Hier lebt auch Meri, die keine andere, als die papierlose Welt in der sie lebt. Doch als Meri’s Mutter bei einem Unfall ums Leben kommt, drängen sich Meri immer mehr Fragen auf, die niemand beantworten will. Sie versucht mehr über ihre Mutter vor dem Unfall herauszufinden und stößt dabei auf die Wahrheit über den Unfall, eine Geschichte die ihr so nicht bekannt war und eine ganze geheime Welt, die Meri dazu zwingen sich zu entscheiden: Glaubt sie der Wahrheit, die sie bisher kannte oder taucht sie ab in eine Welt, die die Regierung versucht zu verstecken? Eine Welt, in der Wörter Macht besitzen. Eine Welt, in der die falschen Wörter dich umbringen können.

 

Meine Meinung:

Die papier- aber vor allem bücherlose Welt, die Joelle Charbonneau in Verify beschreibt, ist noch viel krasser, als ich es anhand des Klappentextes erwartet hatte. Wie (meist) üblich, spielt das Buch in den USA, im zukünftigen Chicago. Doch einem zunächst viel schönerem Chicago. Es gibt so gut wie keine Kriminalität mehr und es gibt eine eigens gegründete Regierungseinheit, die sich um die Verschönerung der Stadt kümmert, welches der Grund für den Rückgang der Straftaten sei. Die Menschen glauben ungehindert allem, was die Regierung und die Medien ihnen sagen. Den Medien, die nur noch aus digitalem Content bestehen: Es gibt Schulbücher nur als E-Books, Zeitschriften sind digital und Zeitungen gibt es schon gar nicht. Auf Papier gibt es sogar eine Umweltsteuer, die sich kaum jemand leisten kann.

Alleine schon diese Vorstellung nie wieder Papier in den Händen zu halten, hat mich sofort in den Bann gezogen, wenn auch eher im negativen Sinne. Eine Welt ohne gedruckte Bücher kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Aber in Verify ist es sehr glaubwürdig und ziemlich realistisch. Dazu kommen diverse andere Formen der Einflussnahme der Regierung, die so nicht unbedingt unwahrscheinlich erscheinen. Besonders im Hinblick auf politische Entscheidungen in den Vereinigten Staaten. Die für mich sehr realitätsnahe Wirklichkeit, hat mich an einigen Stellen deshalb tatsächlich sehr beeindruckt und schockiert. Denkt man die aktuelle Lage so mancher Orts ein wenig weiter, könnte man gut in der Welt von Verify landen.

Die Charaktere gefielen mir auch sehr gut. Auch wenn Meri anfangs noch sehr naiv und etwas kindlich war, konnte man sehr gut ihre Entwicklung im Laufe des Buches verfolgen. Die Nebencharaktere fand ich fast noch spannender. Weshalb ich es bis zur Hälfte des Buches schade fand, dass man doch relativ wenig über sie erfährt. Doch dann habe ich erfahren, dass Verify kein Einzelband ist und im September 2020 bereits der zweite und meines Wissens nach finale Band erscheint. Ich hoffe, hier dann noch mehr über die weiteren Personen zu erfahren.

Die Sprache ist nicht übermäßig schwer für nicht-englisch-Muttersprachler und das Niveau an Spannung wird durchweg gehalten. Für mich ein wahrer Pageturner!

 

„Books – real books like the one in your hands – give everyone equal access to those ideas. Limit the words people can see and you limit their power.“

 

Mein Fazit:

Ich habe tatsächlich jetzt eine Weile gebraucht, um die Rezension zu schreiben, da ich nicht denke, mit meinen Worten dem Buch und der Story gerecht zu werden. Deshalb macht euch am besten selbst ein Bild davon und taucht in die Welt von Verify ein. Es ist ein dystopisches Muss für Fans von 1984 oder Fahrenheit 451.

 

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