Morgen irgendwo am Meer

Morgen irgendwo am Meer Buch

Titel: Morgen irgendwo am Meer
Autorin: Adriana Popescu
Verlag: cbt
Erschienen: April 2019

Wer wollte nicht alles nach dem Abitur oder einfach mal so im Auto durch Europa fahren? Einige haben es schon gemacht, einige träumen bis heute davon. Und ich gehöre mit meinen 25 Jahren definitiv noch zu letzterer Gruppe. Und dieses Buch hat mich zu einem Zeitpunkt erwischt, indem ich das auch sehr gut gebrauchen könnte. Doch dieses Buch hat noch mehr als unbändiges Fernweh hinterlassen. Lest hier ein paar meiner Gedanken dazu.

Ein goldener Mercedes, Wind in den Haaren und das Meer vor Augen – vier Jugendliche auf dem Weg nach Lissabon …

Darum geht es:

Was Romy, Konrad, Nele und Julian auf ihrem gemeinsamen Weg nach Lissabon erwartet, scheint der perfekte Sommerroadtrip nach dem Abitur zu sein. Doch dass jeder von ihnen weit mehr als nur leichte Sommerklamotten im Gepäck hat, wird dem eher durch Zufall zusammengewürfelten Quartett erst im Lauf der Reise klar. Denn in Wahrheit geht es bei diesem Roadtrip um nichts weniger als die Suche nach sich selbst, dem eigenen Leben, der großen Liebe und wahrer Freundschaft.

Wenn vier Welten aufeinanderprallen

Unterschiedlicher können die vier Protagonisten in diesem Buch zunächst kaum sein. Die Story um die vier Jugendlichen wird abwechselnd in der Ich-Perspektive erzählt. Durch den stetigen Wechsel und der sehr kurzen Kapiteln entsteht eine gewisse Dynamik, die mich immer wieder gereizt hat weiter zu lesen. Man springt von Kopf zu Kopf und erfährt von jedem in jedem Kapitel ein Stückchen mehr. Das machte die Geschichte meiner Meinung nach sehr spannend.

Julian ist der Sauber-Strahle-Mann mit reichen Eltern, Romy als seine Freundin, jedoch ohne Plan, wie es nach dem Abitur für ihn weitergehen soll.

Romy seine Freundin ist die Perfektionistin; sie weiß wohin die Reise gehen soll, die Einser-Schülerin, die dennoch einen immens schweren Rucksack zu tragen hat.

Konrad, Romy’s ehemals bester Freund ist der Miesepeter der Truppe, der mehr als nur verloren und griesgrämig die Idee zu dem Roadtrip auf den Plan von Romy und Julian wirft.

Und dann ist da Nele, deren positive Laune nichts zu erschüttern droht und die Welt am liebsten ohne Filter durch ihre alte Kamera sieht.

Die Mischung der Charaktere fand ich hier sehr gelungen. Keine zwei sind sich gleich und jeder hat andere Beweggründe für diese Reise. Diese Gründe erschließen sich erst auf der Reise so richtig.

Meine Meinung:

Mir hat der Schreibstil von Adriana Popescu sehr gefallen; es war super flüssig, sie hat gerade genug verraten um weiterlesen zu wollen und auch die unterschiedlichsten Charaktere kamen authentisch rüber.

Der einzige Knackpunkt für mich lag zum Ende in der Story. Während ich Nele von Anfang an eigentlich toll fand und ich mich auch an Konrad gewöhnte, musste ich leider schon ab der Hälfte des Buches feststellen, dass mir Romy immer unsympathischer wurde und ich immer mehr Mitleid mit Julian empfand. Wie er behandelt wurde und nur durch Zufall doch äußerst wichtige Dinge über seine Freundin erfährt, fand ich irgendwann einfach nur unfair. Und so empfand ich es auch nicht gerechtfertigt, dass Julian nach einer besagten Szene am Strand (ohne zu spoilern) als Buhmann dargestellt wurde. Für mich ist auch nach Beenden des Buches eher Romy die Böse in der Story. Sie war an eigentlich keinem Punkt so richtig ehrlich zu Julian und meiner Meinung nach sollte man keine Beziehung auf so krassen Lügen aufbauen, ob es einem damit nun besser geht oder nicht. Da fand ich ja selbst Konrads ab und zu kindisches Verhalten ja noch erträglich. Das hat ein wenig meine Stimmung am Ende getrübt.

Das ganze Setting hat es für mich aber dennoch rumgerissen. Die beschriebenen Orte und Städte machen so sehr Lust aufs Reisen. Einfach das Auto nehmen, nur das Nötigste im Gepäck und los…

Insgesamt definitiv ein super Buch für den Sommer. Macht sich besonders gut im Reisegepäck!

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