Rezension: Der Bestseller-Code

Titel: Der Bestseller-Code – Was uns ein bahnbrechender Algorithmus über Bücher, Storys und das Lesen verrät
Autor*innen: Jodie Archer & Matthew L. Jockers
Verlag: Plassen Verlag
Erschienen: 2017

 

Darum geht’s:

„Hat „Shades of Grey“ auch Ihre Kasse kräftig klingeln lassen? Und haben auch Sie sich gefragt: „Warum?“ Verlagsprofi Jodie Archer und Englisch-Professor Matthew Jockers haben einen Algorithmus entwickelt, der die Antwort darauf gibt und der mit 97-prozentiger Genauigkeit vorhersagen kann, welche Schmöker zu Bestsellern werden. Archer und Jockers haben viel Überraschendes über unser Leseverhalten und das Erfolgsrezept fesselnder Romane herausgefunden, zum Beispiel: Menschliche Nähe kommt an, Sex (meistens) nicht. Dieses Buch, welches bereits Furore in der deutschen Presse gemacht hat, ist etwas für alle, die Belletristik lesen, verkaufen, einkaufen, lektorieren …“ (Plassen)

 

Meine Meinung:

Kann man einen Bestseller wirklich planen? Und was machen Bestseller von heute eigentlich zu Bestsellern? Kann man das tatsächlich vorherbestimmen? Diese und ähnliche Fragen empfand ich nicht nur als Vielleserin spannend, sondern gerade auch durch mein Buchwissenschaftsstudium extrem faszinierend. Es machte mich auf jeden Fall neugierig auf dieses Buch.

Da es sich hier um ein Fachbuch handelt, kann ich weniger etwas über Charakterentwicklung, Szenerie etc. schreiben. Ich werde euch trotzdem verraten, wie ich es fand. Und hier kann ich gleich sagen, dass ich es unglaublich spannend und zum Teil erleuchtend fand. Ich könnte tatsächlich Unmengen an Textstellen als Zitate hier aufzählen, die ich als Erkenntnisgewinn entweder für mich persönlich als Leserin und Schreiberling oder für die Buchwissenschaft entdeckt habe. Denn kaum ein Buch in letzter Zeit enthält so viele Klebezettel wie dieses Buch jetzt.

Das Buch ist deshalb auch so spannend, weil es nicht von zwei Techniknerds geschrieben wurde, sondern vor allem in Jodie Archers Fall sogar von Menschen direkt aus der Buchbranche.

Im Buch geht es zwar um einen Algorithmus, dennoch versteht man das Ganze auch ohne Technikstudium sehr einfach. Lediglich die aller letzten fünf bis zehn Seiten habe ich geskipped, da ich zum aktuellen Zeitpunkt kein weiteres Interesse an Machine Learning und Natural Language Processing habe (ich musste die Bachelor- und Masterarbeit von meinem Freund lesen – ich weiß grob, worum es geht). Diese Seiten sind aber vermutlich für den ein oder anderen dennoch eine gute Ergänzung.

Insgesamt ist das Buch mit den unendlich vielen, teils sehr konkreten Beispielen sehr gut verständlich und anschaulich. Manche Aspekte empfand ich als sehr überraschend und meine Sicht auf Titel wie Shades of Grey oder Illuminati haben sich deutlich gewandelt. Man erhält besonders bei Romanen, bei denen einige (nicht unbedingt ich) vermutlich einige Vorurteile haben könnten, eine andere Perspektive. Es gibt zwischen gänzlich unterschiedlichen Büchern teilweise erstaunliche Parallelen, die mir ohne dieses Buch vermutlich nie aufgefallen werden.

Ich bin tatsächlich soweit schon am überlegen, ob ich aus einem Teil der Erkenntnisse des Buches vielleicht irgendwann meine Bachelorarbeit in Buchwissenschaft schreiben könnte. Wer weiß? Darauf kaue ich vermutlich noch eine Weile rum und werde demnach noch mehrmals zu diesem Buch greifen. Und ich werde mir die weiteren Forschungsergebnisse und Veröffentlichungen der beiden Autor*innen definitiv noch weiter ansehen.

Einer der größten Punkte, der mir noch zum Erwähnen bleibt: Meine Leseliste ist um ca. 100 Bücher angewachsen. Mindestens. Um ein paar ganz spezielle sogar. Die werde ich aber nicht verraten. Das Buch ist nicht nur für Literatur- oder Buchwissenschaftsstudenten interessant, sondern auch eine Empfehlung für Bibliophile ganz allgemein.

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