Rezension: Die letzte Tochter von Versailles

Titel: Die letzte Tochter von Versailles
Autorin: Eva Stachniak
Verlag: Insel (Suhrkamp)
Erschienen: 09/2021
*Rezensionsexemplar

 

Darum geht’s:

„Versailles, 1755: Die junge Véronique fällt auf in den ärmlichen Gassen, wo ihre Familie kaum über die Runden kommt, und bald dringt der Ruf ihrer Schönheit bis zum Schloss, wo Ludwig der XV. das Interesse an seiner Favoritin, Madame de Pompadour, verloren hat. Véronique wird seine Geliebte, doch das Arrangement nimmt ein jähes Ende, als sie ein Kind erwartet.
Jahre später wächst Marie-Louise bei einer Pflegemutter auf, die sie zur Hebamme ausbildet. Über ihre Mutter weiß sie nichts. Sie heiratet den jungen Anwalt Pierre, der an der Seite Dantons für den Sturz des Königs kämpft. Doch eines Tages wird Pierre in einem anonymen Schreiben vorgeworfen, seine Frau habe Verbindungen zum Königshaus – das könnte ihn nicht nur seine Karriere, sondern auch den Kopf kosten… (Insel)

 

Meine Meinung:

Da ich nur sehr selten historische Romane lese, wollte ich mich endlich mal wieder an einen wagen. Von der Autorin Eva Stachniak hatte ich bereits »Der Winterpalast« vor ein paar Jahren gelesen, das ich großartig fand.

Leider konnte mich »Die letzte Tochter von Versailles« nicht überzeugen und kommt meiner Meinung nach auch in keinster Weise an »Der Winterpalast« ran. Vielleicht liegt es mitunter daran, dass ich mehr Interesse an der Zarenfamilie grundsätzlich habe, aber dennoch konnte mich die Geschichte hier diesmal überhaupt nicht in den Bann ziehen.

Mein größtes Problem waren vor allem die verschiedenen Namen für ein und die selbe Person. Bis zum Schluss habe ich diverse Charaktere durcheinander gebracht und war völlig verwirrt. Vielleicht hätte ich aufmerksamer lesen müssen, aber dadurch hat es mir auch ziemlich den Spaß verdorben.

Auch wenn mir bewusst war, dass sehr viele historisch wahre Begebenheiten mit in die Geschichte des Buches mit eingeflossen sind, empfand ich das Buch aufgrund der eigentlich komplett negativen Schicksale als ermüdend und traurig. Obwohl eben alles so passierte, hätte ich mir doch auch zwischendurch einen hoffnungsvolleren Handlungsstrang erhofft.

Das ganze Buch hindurch hat mir jedoch eines sehr gut gefallen: das Setting. Jegliche Handlungsorte und auch Lebensweisen wurden sehr authentisch und glaubhaft geschildert, sodass ich mich sehr gut ins Frankreich des 18. Jahrhunderts hineinversetzen konnte.

Für meinen Geschmack war »Die letzte Tochter von Versailles« insgesamt jedoch zu langatmig, verwirrend und trocken.

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