Rezension: Nowhere Girl

 

»Wenn jemand anfängt, dich wie einen Verbrecher zu behandeln, muss man manchmal einer werden, um zu entkommen.«

Titel: Nowhere Girl – Meine gestohlene Kindheit auf der Flucht vor Interpol
Autorin: Cheryl Diamond
Verlag: Eden Books
Erschienen: 10/2021
*Presseexemplar

 

Darum geht’s:

„Im Alter von neun Jahren hat Cheryl Diamond in mehr als einem Dutzend Ländern auf fünf Kontinenten unter sechs angenommenen Identitäten gelebt. Sie weiß, wie man ein Dokument fälscht, wie man einem Verhör standhält und vor allem, wie man verschwindet.
Für die junge Cheryl fühlt sich das Leben wie ein einziges großes Abenteuer an, ob sie in einem klapprigen Auto den Himalaya hinunterrast oder sich unter die Yakuza mischt. Solange sie mit Vater, Mutter und den zwei Geschwistern unterwegs ist, wähnt sie sich in Sicherheit. Was Cheryl noch nicht weiß: Sie wurde in eine Familie von Gesetzlosen hineingeboren, die vor der Interpol auf der Flucht ist – eine Familie mit Geheimnissen, die schließlich alle einholen werden.
Als Teenagerin steckt Cheryl Diamond bereits in einem tiefen Netz aus Lügen, und ihre Familie beginnt zu zerfallen. Ihr wird klar, dass die größte Gefahr von jenen Menschen ausgeht, denen sie am meisten vertraut. Und nach so vielen verbrannten Identitäten kann sie selbst keinen Beweis mehr für ihre eigentliche Herkunft vorlegen. Eine wahre Geschichte – ein unglaubliches Schicksal.“ (Eden Books)

 

Meine Meinung:

Man nehme die größten und krassesten Spionagefilme zusammen und bestreut das ganze mit einer fetten Schicht Wahrheit. Dann erhält man das Leben von Cheryl Diamond, von dem sie in „Nowhere Girl“ berichtet.

Ganz ehrlich, ich wusste nicht so ganz was mich erwarten würde. Aber mit dieser krassen Story hatte ich nicht gerechnet. Gleich zu Beginn, muss gesagt sein, dass es sich hier nicht um ein belletristisches, fiktives Werk handelt; selbst wenn es manchmal so scheint. Cheryl Diamond beschreibt hier die Erlebnisse ihrer Kindheit, so wie sie sie erfahren und empfunden hat.

Von Anfang an geht es spannend und heftig los, im Auto den Himalaya ohne funktionierende Bremsen hinab. Es ist fast unfassbar, dass sich diese Spannung durch das gesamte Buch zieht. Aber Cheryl und ihre Familie flüchten vor Interpol von einem Land zum Nächsten.

Im Buch kommen Szenen mit körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt vor. Der Verlag hat dafür Triggerwarnungen vor die Kapitel mit konkreten Seitenangaben gesetzt, die ich für einen sehr guten Weg halte. Wer mit solchen Dingen Schwierigkeiten oder ähnliches hat, sollte diese Angaben definitiv ernst nehmen.

Ich kann mir vorstellen, dass die ganzen verschiedenen Namen, Orte und Identitäten für manche Leute verwirrend erscheinen können, aber gerade das fand ich unglaublich spannend. Auch die Hintergründe, warum Cheryl’s Familie überhaupt auf der Flucht ist, erschließt sich dem Leser erst nach und nach. Man entdeckt die Geheimnisse damit fast genauso wie die kleine Cheryl mit steigendem Alter, was das Ganze fast wie eine Detektivgeschichte erscheinen lässt.

Der Spruch „die krassesten Geschichten schreibt das Leben“ passt hier einfach perfekt. Ihr könnt es euch einfach nicht vorstellen, was Cheryl alles erlebt. Eine unglaublich faszinierende und auch erschreckende Story über eine Kindheit, die keine war.

»Ich schätze, am Ende läuft es darauf hinaus: Ich weiß, wie man überlebt. Sie wissen, wie man lebt.«

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